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Da früher die Musikkapellen in den ländlichen Gemeinden vor allem durch das gemeinsame musikalische Interesse der Mitwirkenden zusammengehalten wurden und nicht durch feste Vereinsstrukturen organisiert waren, ist bei den meisten Kapellen die genaue Entstehungszeit nicht mehr feststellbar. So kann auch das Gründungsdatum der Musikkapelle Schrattenbach nicht exakt angegeben werden.

Aus den Unterlagen, die uns heute zur Verfügung stehen, kann aber entnommen werden, dass bereits 1844 der Musiker Baptist Hafner aushilfsweise bei der Musikkapelle Schrattenbach mitspielte. Ebenso wird von dem Abgeordneten des Königlich-Bayerischen Landtages, Herrn Fridolin Rauch berichtet, dass er selbst in der 2. Hälfte des vorigen Jahrhunderts als aktiver Musiker in Schrattenbach tätig war. Seit jener Zeit sind fortlaufende Unterlagen vorhanden, die ein lückenloses Bestehen der Musikkapelle Schrattenbach wiedergeben.

Einige dieser Nachweise hinterließ uns Josef Hafner, der 1878 als 14-jähriger in die Musikkapelle Schrattenbach eintrat. Er ist auf dem 1. Foto mit abgebildet, das um 1890 unter Dirigent Max Hartmann aufgenommen wurde. Von ihm sind ein Gewerbeschein als Musiker aus dem Jahre 1894 und verschiedene Eintragungen in Notenbüchern der Schrattenbacher Musikkapelle vorhanden.

Das Wirken der damaligen Musiker war recht vielfältig. Neben der musikalischen Mitgestaltung von kirchlichen und weltlichen Feiern traten sie auch zu Gastspielen in der näheren Umgebung auf.

1920 wurde an Josef Hafner die Dirigententätigkeit übertragen, die er bis 1924 ausübte. Danach übergab er den Taktstock an seinen Sohn Kaspar. Aus dieser Zeit stammt auch ein Foto, das bereits eine 15 Mann starke Musikkapelle Schrattenbach zeigt.

Unter der Stabführung von Kaspar Hafner nahmen die Musiker unter anderem 1926 beim 1. Verbandsmusikfest in Waltenhofen und beim 5. Allgäuer Bundesmusikfest in Altusried teil. 1935 übernahm Ludwig Zimmermann von Kaspar Hafner den Dirigentenstab.

Nach dem zweiten Weltkrieg entstand in Schrattenbach neben der heutigen Musikkapelle eine zweite, von der Landjugend getragene Blaskapelle, die von Franz Gärtner geleitet wurde. Nach kurzer Zeit der Rivalität vereinigten sich die beiden Kapellen.

Unter Dirigent Ludwig Zimmermann nahm die Musikkapelle einen schwunghaften Aufstieg. Aus den Protokollen der örtlichen Vereine ist zu entnehmen, dass bereits im Mai 1950 die katholische Landjugend unter den Klängen der Schrattenbacher Blasmusik einen Maibaum aufstellte. Ebenfalls im Jahre 1950 war es, als die Schrattenbacher Musiker beim Umzug zu Beginn der Allgäuer Festwoche mitspielten.

1957 fand die Gründung des Musikvereins statt, dem spontan 26 Bürgerinnen und Bürger aus Schrattenbach passiv beitraten. Zum ersten Vorstand wurde Xaver Wagner gewählt. Unter seiner Leitung trat der Musikverein 1958 dem Allgäu-Schwäbischen Musikbund (ASM) bei.

Nachdem sich Xaver Wagner 1964 aus Altersgründen nicht mehr als Vorstand zur Verfügung stellte, wurde Hans Engel in dieses Amt gewählt. Eine seiner ersten Aufgaben war es, 1965 die damals 23 Mann starke Kapelle mit einer Musiktracht neu einzukleiden.

Im Jahr 1969 übergab Dirigent Ludwig Zimmermann im Rahmen eines Konzertes den Taktstock an seinen Sohn Franz. Um den Leistungsstand der Musikkapelle überprüfen und mit anderen Kapellen vergleichen zu können, nahm Dirigent Franz Zimmermann mit seinen Musikern regelmäßig bei Wertungsspielen und Bezirkmusikfesten im Bezirk I des ASM teil.

1971 umrahmte die Musikkapelle die in Schrattenbach abgehaltene Bezirksversammlung. Außerdem gastierten die Schrattenbacher Musiker in dieser Zeit regelmäßig mit einem Unterhaltungsprogramm im Bierzelt der Allgäuer Festwoche und begannen alljährlich im Ort ein Dorffest abzuhalten, eine Tradition, die bis heute besteht.

Am 24. Mai 1981 wurde der Musikkapelle Schrattenbach für ihre lange Tradition und kulturelle Tätigkeit innerhalb der Gemeinde die vom Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gestiftete "Pro-Musica-Plakette" in einem feierlichen Festakt im Schloss Dachau durch die Bayerische Staatsregierung verliehen. Aus diesem Anlass wurde vom 15. bis 18. Juli 1982 das 13. Bezirksmusikfest im Bezirk I des ASM in Schrattenbach ausgerichtet.

Im Jahre 1986 wurde Ludwig Engel zum Vorstand des Musikvereins Schrattenbach gewählt. Im selben Jahr wurden die ersten Kontakte zu der Musikkapelle Tát in Ungarn geknüpft, die bis heute bestehen und durch gegenseitige Besuche der beiden Vereine gepflegt werden. Im Jahre 1991 übergab Franz Zimmermann das Dirigentenamt an seinen Bruder Klaus.

Zum 150 jährigen Bestehen richtete die Musikkapelle Schrattenbach im Jahre 1994 das Bezirksmusikfest des ASM Bezirks I Kempten vom 21.-24. Juli aus. Die damit verbundenen Wertungsspiele fanden am 23. und 24. April in der Festhalle Probstried statt.

Unter der Leitung Klaus Zimmermanns nahm der Musikverein Schrattenbach weiterhin regelmäßig an den Wertungsspielen und Umzügen der Bezirksmusikfeste teil. Ebenfalls zur Tradition wurden alljährliche Gemeinschaftskonzerte mit dem Musikverein Probstried oder der Jugendkapelle Allgäuer Tor.

Im Jahr 2003 übernahm Wolfgang Zimmermann die Vorstandschaft von Ludwig Engel, der während seiner Amtszeit sein Hauptaugenmerk unter anderem auf die Jugendausbildung legte und die Musikkapelle damit zu einem jungen und lebendigen Verein machte. Im Frühjahr 2006 erfolgte die Übergabe des Dirigentenamtes von Klaus Zimmermann an Jürgen Merz. Im Januar 2012 übernahm Christian Breher das Amt des ersten Vorstandes von Wolfgang Zimmermann.



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